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Wieviel kostet ein Mountainbiketrail?

Posted by Olivia Schoch on April 11, 2018
Olivia Schoch
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Ein zufällig gewählter Mountainbiketrail ist zu Beginn ganz flüssig, wird dann aber immer enger, bis man regelmässig vom Rad steigen muss und sich dann irgendwann, das Bike auf dem Hinterrad durch das Dickicht stossend, fragt: Mountainbiketrail oder eher Wildschwein-Trampelpfad? Wer schon mal in der Toskana biken war, ausgenommen bei Ernesto Hutmacher natürlich, kennt dieses beklemmende Gefühl vermutlich. Wie gut das Wegenetz in der Schweiz doch ist, würdigt man spätestens dann. Und erst noch für Mountainbikes! Allerdings – dies hat jedoch seinen Preis. Wie viel unserer Erfahrung nach, Gemeinden und Tourismusdestinationen für einen Mountainbiketrail aufwerfen müssen und wovon die Kosten abhängig sind, wollen wir hier mit dir teilen.

Ganz konkret: Als Richtgrösse können wir einen Kostenrahmen von etwa 50, 120 bis 150 Schweizer Franken pro Meter definieren. Rund 50 sind zu investieren, wenn es darum geht, einen bestehenden Wanderweg für Mountainbiker tauglich zu sanieren, sprich umzufunktionieren. Mehr in die Hand nehmen muss man - nämlich 120 bis 150 - wenn ein Jumptrail oder eine Downhillstrecke mit grossen Hindernissen und Erdverschiebungen geplant ist. Ein so genannter Flowtrail liegt preislich irgendwo dazwischen. Für genauere Preiskalkulationen sind hauptsächlich vier Faktoren zu berücksichtigen, die den Streckenmeterpreis beeinflussen.

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Zielprodukt

An erster Stelle kommt die Frage nach dem Ziel: Was will man? Soll es einen schmalen Singletrail geben oder einen perfekten Flowtrail? Braucht es Hindernisse, braucht es grosse Absätze? Je nach Zielprodukt variiert der Preis.

Rahmenbedingungen

Als nächstes sind die Rahmenbedingungen zu prüfen: Wie sieht die gesetzliche Ausgangslage aus, welche Bewilligungen sind notwendig? Ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor ist auch das ansässige Lohn- und Preisniveau, welches von der Wirtschaftskraft abhängt. Es leuchtet sicherlich ein, dass zum Beispiel der gleiche Trail in Zürich teurer ausfällt als in Süditalien. 

Topographie

Die Topographie hat einen direkten Einfluss auf die Kostenfrage: Wo lang führt der Trail, wie steil ist das Gelände und wie zugänglich ist die Baustelle? Wenn man zum Beispiel das Baumaterial mit dem Helikopter einfliegen lassen muss, hat das einen anderen Preis als wenn eine Zufahrtstrasse besteht. Gewöhnlich steigen die Kosten mit der Geländeneigung. Je steiler, je teurer. Gewichtig ist ausserdem der Entscheid, ob es Importmaterial braucht - also ob man Material wie Erde, Steine et cetera zuführen muss oder ob dieses vor Ort bereits zur Genüge vorhanden ist. Und wenn es Spezialbauten braucht, wie zum Beispiel Brücken, kostet dies zusätzlich. Zu guter Letzt sollte man analysieren, ob es vor Ort eher organisches oder mineralisches Material gibt - oder einbisschen von beidem.

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Bauqualität

Sämtliche bereits genannten Faktoren sind in den allermeisten Fällen gegeben. Was aber beim Evaluationsprozess direkt beeinflusst und bewusst gewählt werden kann, ist die Bauqualität. Je besser und detaillierter die Planung und das Design angegangen werden, desto besser wird am Schluss auch die Qualität des Trails. Deshalb lohnt es sich für diese Projektphase etwas mehr Zeit und Geld zu investieren. Natürlich spielt die effektive Bauqualität, welche von der Baufirma abhängt, eine essenzielle Rolle. Diese kann von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich sein. Es lohnt sich hier also eine sorgfältige und gute Wahl zu treffen.

Was wir abschliessend als unserer Meinung nach wertvollsten Rat im wahrsten Sinne des Wortes "mit auf den Weg" geben möchten: Ein Trail hat immer eine befristete Lebensdauer und diese hängt stark von der Bauqualität ab. Wer kostenbewusst bauen möchte, tut dies nachhaltig. Und dies bedeutet zu Beginn etwas mehr Geld für eine gute Bauqualität zu investieren um die Folgekosten tief und unter Kontrolle zu halten. Wer euphorisch billig baut, kann von steil zunehmenden Folgekosten für den Trailunterhalt unliebsam überrascht werden. Es wäre schade, wenn ein frisch in Stand gestzter Wanderweg so wieder von der Bildfläche verschwindet.

Topics: mountain bike, trails, tourism, destinations, construction, costs

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