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Was das «E» vorne am Mountainbike so alles mit sich bringen wird

Posted by Olivia Schoch on August 15, 2017
Olivia Schoch
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Wir alle beobachten das neue Zweiradphänomen: Es gibt je länger je mehr E-Mountainbikes auf unseren Trails! «Oh je, als ob es nicht schon genügend Herausforderung wäre mit den Wanderern einen Konsens zu finden», mögen die einen denken. Die anderen freuen sich über das neue Potenzial, stehen jedoch vor dem Rätsel: Wie kommt man in den Genuss ohne bei den Bike-Freunden als «faul» abgestempelt zu werden? Was klar ist – zum Neuling, der genau genommen gar nicht mehr so neu ist, gibt es so einige Meinungen und Vorurteile. Doch wie beeinflusst das «E» vorne am «Mountainbike» Tourismus-Destinationen? Wie geht Allegra bei der Entwicklung von Lösungen vor? 

Wenn es um die Erarbeitung von Strategien für Mountainbike-Destinationen geht, stützen wir uns auf die drei Grundelemente «Trails», «Services» und «Identity». Wir haben dieses Strategie-Modell in einem anderen Blog detailliert erörtert: «Aller guten Dinge sind Drei: TRAILS - SERVICE - IDENTITY». Das gleiche wird nun mit dem Thema E-Mountainbike gemacht und gleichzeitig hinterfragt, ob das Strategie-Modell auch hier funktioniert oder ob dieses angepasst werden muss.

Trails: Erhöhter Konsum

Punkto «Trail», wäre es falsch zu denken, dass, so lange man das Rad nicht tragen muss, eine Mountainbike-Strecke automatisch auch eine gute E-Mountainbike-Strecke ist. Jeder versteht, dass E-Mountainbikes schwer sind und deshalb jegliche Trage- und Schiebepassagen tabu sind. Diesen Faktor alleine zu berücksichtigen reicht jedoch noch lange nicht aus. Zugegeben wissen wir heute selbst noch nicht so genau, wie ein Kriterienkatalog für gute E-Mountainbike-Strecken zu definieren ist. Im Rahmen des aktuellen Projekts «E-Mountainbike Graubünden» sind wir im Prozess genau das zu erarbeiten. Es handelt sich dabei um das erste E-Mountainbike-Tourismus-Projekt im Alpenraum in diesem Umfang. Wir machen das nicht am runden Tisch sondern, wie es bei Allegra die Art ist, draussen im Feld: Wir unternehmen E-Mountainbike-Touren und anschliessend Workshops um zusammen zu tragen, welche Faktoren eine gute E-Mountainbike-Tour ausmacht. Was den Trail als Infrastruktur betrifft, haben wir herausgefunden, dass ein einzelner Abschnitt von einem E-Mountainbike nicht mehr abgenutzt wird als von einem Mountainbike ohne Elektro-Motor. Man kann hinsichtlich Erosion und Abnutzung keinen signifikanten Unterschied feststellen. Das hat unser Mitarbeiter Chris Bernhardt zusammen mit der IMBA (International Mountain Bicycling Association) untersucht. Der grosse Unterschied liegt jedoch darin, dass man mit dem E-Mountainbike mehr Streckenlänge konsumiert. Aktuell geht man von einem Faktor von 2.5 bis 3 aus. Entsprechend gilt: Das E-Mountainbike erzeugt pro Durchfahrt und Streckenabschnitt den gleichen Impact. Jedoch aufgrund der erhöhten Frequenz gilt eine 2.5 bis 3 mal stärkere Trail-Beanspruchung. Für die Destination resultiert diese Erkenntnis in der Notwendigkeit Trails zu bauen und die bestehenden Wanderwege zu sanieren – und zwar nachhaltig. Diese Notwendigkeit ist nicht neu, aber sie wird mit dem Wachstum des E-Mountainbikings noch dringender.

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Services: E-Mountainbike trifft Entscheidungen 

Des Weiteren stellt sich die Frage, welche Ansprüche E-Mountainbiker an die «Services» erheben. Offensichtlich sind jene Bedürfnisse, welche den Elektronik-Motor betreffen, also die Ladestationen. Da die Industrie zunehmend effizientere Motoren und ergiebigere Akkus entwickelt, könnte man schlussfolgern, dass es langfristig weniger Ladestationen brauchen wird. An dieser Stelle möchten wir auf die Erfahrung mit Smart-Phones hinweisen. Das iPhone zum Beispiel verfügt heute über eine effizientere Hard- und Software als noch vor 10 Jahren. Dennoch müssen wir unser Gerät heute so häufig laden wie noch nie. Weshalb ist das so? Weil sich die Ansprüche verändert haben. Weil zusätzliche Funktionen verwendet und somit mehr Leistungen abgerufen werden. In die gleiche Richtung wird es mit dem E-Mountainbike gehen. Bereits heute bezieht und liefert so ein Rad nicht nur Strom sondern auch Daten über das Kabel. Die Zukunft könnte so aussehen: Wenn ich zum Beispiel das Ziel verfolge im Herbst beim Nationalpark-Bike-Marathon teilzunehmen und im Frühling auf meinem E-Mountainbike mehr Unterstützung in einer Steigung möchte, wird mein E-Mountainbike für mich entscheiden, ob ich diese Leistung für die Erreichung meines Trainingsziels erhalte oder nicht. Wir werden also mehr Leistung vom Computer und Motor beziehen. Deshalb wird es mehr Ladestationen brauchen. Das kann verschiedene Probleme mit sich bringen. Im Hotel lässt sich das einfach stemmen. Aber wie lösen wir den Anspruch an Ladestationen als Wirt einer Alphütte ohne Strom mit 20 E-Mountainbiker, die während des Mittagessen ihre E-Mountainbikes laden wollen?

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Identity: Gutes Image bedroht

Besonders interessant wird es nun beim Thema «Identity». Wenn es um E-Mountainbiking geht, haben wir Mountainbiker und Bergmenschen Angst vor Veränderung. Wir haben Angst davor, dass das hart verhandelt und erarbeitete gute Image der Mountainbiker von E-Mountainbikern bedroht wird; begründet darauf, dass plötzlich noch mehr Menschen, noch schneller auf den Trails unterwegs sind und Mitmenschen verärgern. Allegra glaubt, dass das Gegenteil der Fall sein wird – weil: Das Angebot des E-Mountainbikings wird eine neue Zielgruppe auf das Rad locken, was das grundsätzliche Verständnis für andere Mobilitäten auf den Trails breiter verstärkt. Ausserdem ist das E-Mountainbiking nicht als Ableitung und Entwicklung aus dem Mountainbiking zu verstehen sondern aus einer viel grösseren Bewegung, nämlich der ganzen E-Mobilität. Diese löst weit und breit sehr positive Assoziationen aus und geniesst ein ansehnliches Image. Diese Tatsache kann für das Mountainbiking nur förderlich sein.

Veranstaltungen zum E-Mountainbike

Allegra freut sich darauf mit «E-Mountainbike Graubünden» das Feld weiter zu erforschen, Erkenntnisse für E-Mountainbike-Tourismus zu gewinnen und im Kanton Graubünden das erste regionale E-Mountainbike-Projekt umzusetzen. Falls du von Allegra mehr zum Thema erfahren möchtest:

Am Freitag 1. September referiert Darco Cazin, zusammen mit Mountainbike-Ikone Holger Meyer und Geschäftsführerin der Bikehotels Südtirol, Michaela Zingerle, an der Radmesse Eurobike in Friedrichshafen beim Travel-Talk, 12 bis 13 Uhr.

Im Frühling 2018, 12. – 13. April, führt Allegra erneut die «E-Mountainbike Studientage» in Latsch, Südtirol, durch, zusammen mit Michaela Zingerle (Bikehotel Südtirol), Sissi Pärsch (Journalistin) und Christina Kulling (Event for Sport). Wir werden hier zu gegebener Zeit informieren.

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Was uns an dieser Stelle interessieren würde: Welche Freuden und Ängste verbindest du mit dem E-Mountainbiking?

Topics: mountain bike, trails, services, identity, e-mountainbike, destinations, tourisme

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